DISSOLVING TEXTURES

Queers under water äußern Momenthaftes, ihr Pool ist ein Ort wo Körper nicht ständig ist, ihre Bewegung in und mit Texturen schafft Anziehendes jenseits Oberflächen.
Die Fotoserie tastet sich an das, was in meiner Sicht ausgespart bleibt: Mode, die sich an Körper anlegt und greifbar abzeichnet, wird durchweicht, klare Konturen zerfließen. Wasser verdrängt das eigentlich Ummantelnde, es abstrahiert das was ich als zweite Haut trage. Das ansonsten zweidimensionale Einfrieren durch Fotografie wird hier gegensinnig verarbeitet: Mode wird under water zur mehrdimensionalen Akteurin, indem sie am (queeren) Körper ein beyond an Bezugs- und Beziehungsmöglichkeiten aufgreift.

Von Interesse ist das im Wandel stehende Verhältnis zwischen Körper- und Stofftexturen, das in ihrer Funktionalität und Deutung neu gewichtet wird, denn ihr vom Wasser umspültes Zusammenspiel ist stets ein sinnliches Spiel zwischen angezogener und anziehender Haut. Diese Dynamik wird durch den Einsatz von Einwegfotografie ausschnitthaft eingefangen, das Spannungsverhältnis zwischen sich auflösenden Texturen und fragmentarischen Konturen wird in seiner Unvorhersehbarkeit sichtbar. Indem die Ausschnitte zeitlich gezielt eingegrenzt, durch das analoge Trägermedium aber weiter gesponnen werden, bleibt die gänzliche Trennung zwischen Körper und Stoff bloß angedeutet, was die voyeuristische Geste der Fotografie an sich zwar ausstellt, ihr gieriges Auge jedoch zugleich entschärft.
Moment lebt unter Wasser mehr.